Zypern Geschichte

Die etwa 70 Kilometer von der türkischen Südküste in einer über Jahrhunderte überaus wichtigen geostrategischen Lage im Mittelmeer liegenden Insel Zypern hat eine bewegte Geschichte, die sowohl von zeitweiligen Phasen wirtschaftlicher und politischer Blüte, aber auch von Eroberungen, Fremdherrschaften und inneren Konflikten bestimmt war und ist.

Über die frühen historischen Entwicklungen auf der unter anderem wegen ihrer Kupferbergwerke wirtschaftlich interessanten Insel ist wenig bekannt. Bis zum 8. vorchristlichen Jahrhundert gehen Historiker von der Wahrscheinlichkeit eines unabhängigen Zyperns aus, das später zeitweilig ganz oder teilweise von Hethitern, Mykenern, Assyrern, Ägyptern, Phöniziern und schließlich Persern dominiert worden ist.

Erst unter Alexander dem Großen wurde die Insel 332 v. Chr. Teil eines hellenistischen Gemeinwesens. Nach Zerschlagung des Ptolemäerreiches wurde Zypern römische beziehungsweise byzantinische Provinz und blieb - mit Unterbrechungen durch arabische Eroberungen - bis 1192 (ost-)römisch. Im Zusammenhang mit den Kreuzzügen wurde die Insel danach ein „Königreich Zypern“ genannter Kreuzritterstaat, der 1489 an Venedig fiel. 1573 musste Venedig Zypern nach einer militärischen Niederlage an das Osmanische Reich abtreten, das 1878 die tatsächliche Herrschaft unter dem Vorbehalt eher symbolischer Vorbehaltsrechte an Großbritannien übergab.

Die britische Verwaltung hatte von Anfang an mit heftigem Widerstand aus der Bevölkerung, die mehrheitlich die Vereinigung mit Griechenland anstrebte, zu kämpfen. 1914, bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs, wurde die Insel endgültig annektiert. In den folgenden Jahrzehnten schlugen die Briten mehrere Aufstände zypriotischer Griechen nieder, bis es schließlich zu einer Einigung mit der von Erzbischof Makarios III. geführten Unabhängigkeitsbewegung kam. Zypern wurde 1960 unter der Bedingung der Gleichberechtigung der griechischen und der türkischen Bevölkerungsgruppen als Republik in die Unabhängigkeit entlassen. Zwei kleine Landstreifen verblieben allerdings bis heute als Kolonialgebiete beim Vereinigten Königreich.

Spannungen zwischen griechischen und türkischen Zyprioten führten 1963/1964 zu einem von Griechenland und der Türkei geförderten Bürgerkrieg. Als Folge wurde die Insel faktisch geteilt. Als Staatschef Makarios 1974 durch einen Putsch, der den Anschluss der Insel an Griechenland zum Ziel hatte, gestürzt wurde, schickte die Türkei Truppen auf die Insel und installierte im Nordteil die bisher allein von Ankara anerkannte „Türkische Republik Nordzypern“. Seitdem gab es ständig vergebliche Versuche, die Trennung wieder zu beseitigen. Seit 2004 ist Zypern EU-Mitglied.